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Leonard Karikoga Zhakata
Leonard Karikoga Zhakata

Leonard Karikoga Zhakata

Während ihres Aufenthalts Ende der 1970er Jahre in den benachbarten Ländern lernten die zimbabwischen Befreiungskämpfer dort verschiedene Varianten der ganz Afrika dominierenden kongolesischen Rumba-Soukous Tanzmusik kennen und brachten diese Musik mit dem Sieg über das rhodesische Apartheidregime ins Inland. Es entstand die Fusion des einheimischen Mbirabeats und des Kongosounds namens Sungura, einer frenetischen und plebeischen, von Elektrogitarren beherrschten Tanzmusik, die eine ganze Generation von Jugendlichen prägte.

Leonard Karikoga Zhakata wurde 1968 geboren und begann mit 13 Jahren – also in den Geburtswehen des Sungura -, erste Songs zu schreiben. Ende der achtziger Jahre gründete er mit einem Cousin seine erste Band, die Maungwe Brothers. Man spielte zwei Alben ein, die sich am gängigen Sungura inspirierten, und begann dann mit Solokarrieren.

1994 wurde Zhakatas Debutalbum Maruva Enyika sofort zum Riesenhit und verkaufte sich über 120.000mal (in einem Land mit damals 9 Millionen Einwohnern!). Maruva Enyika hielt sich drei Jahre lang auf Platz eins aller Verkaufscharts. Auch die nachfolgenden Alben brachen alle Verkaufsrekorde. In vielen Umfragen wurde er zum „Besten Musiker“ des Landes gewählt und gewann viele Musik- und Videopreise.

Das Geheimnis seines Erfolgs war und ist die Verbindung äußerst tanzbarer Sunguramusik mit anspruchsvollen Texten. Zhakatas persönlicher Sungurastil bezieht Elemente südafrikanischer Jive- und Mbaqangatanzmusik ebenso ein, wie Flairs aus Zambia und verschiedenen einheimischen Traditionen. Seine „Zora“ genannte Musik ist so musikalisch reicher als der Sungura vieler seiner Kollegen. Dazu kommt sein einzigartiger „schimmernder“ Gesangsstil und seine bescheidene, fast demütige Haltung auf der Bühne und seinen Fans gegenüber.

Deren Verehrung gilt aber besonders seinen Texten. Zhakata versteht es, das ganze Panorama menschlicher und sozialer Probleme und Gefühle in aufbauender Weise widerzugeben. Journalisten attestieren seinen Songs “die Substanz einer klassischen Novelle und die Eleganz großer Poesie” oder nennen ihn die „Spinne der Wörter“. Er wurde so zum Ratgeber seiner Millionen Fans, wobei er auch vor offener Kritik an gesellschaftlichen und politischen Problemen Zimbabwes nicht zurückschreckt.

Auch auf der Bühne besticht Zhakata: durch seine ausgefeilten Tänze und die Tanzbarkeit seiner Musik.

In der internationalen Weltmusikszene ist Zhakata noch eine Insiderkultfigur, aber in Witten gibt er seine Europapremiere zur Vorbereitung einer größeren Tournee im nächsten Jahr.

 

Diskographie (Alben)

Maruva Enyika 1994 KLZ1
Mandishorei 1995 KLZ2
Nzombe Huru 1996 KLZ4
NN 1995 KLZ5
Greatest Hits 1996 KLZ5
Vagoni Vebasa 1997 KLZ6
Ndingaite Sei? 1998 KLZ7
Pakayambuka 1999 KLZ8
Kumera Kwezora 2000 KLZ9
Original Rhythms Of Africa 2000 KLZ10
Mubikira 2001 KLZ11
Hodho 2003 KLZ12
Udza Vamwe 2004 KLZ13
Ein neues Album erscheint im Juni.